Wenn Krankheit kommt

Neue Psalme aus Diagnose, Warten und Hoffnung

Vielleicht hast du schon viel Zuspruch bekommen. Gut gemeint. Ehrlich gemeint.
Und doch reicht er nicht bis dorthin, wo deine Angst sitzt.

Diese Texte wollen das nicht auffüllen. Sie wollen neben dir stehen.

Kein Ratgeber. Keine frommen Antworten auf Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt..
Nur das, was wahr bleibt – wenn in dir nichts zur Ruhe kommt und nichts Sinn ergeben will.

Einige dieser Texte entstanden im Februar 2025, in der Woche vor und nach einer Operation.
Nicht als Bericht, sondern als Gebet. Nicht rückblickend, sondern mittendrin:
In der Unsicherheit, in der Nacht kurz vor der OP, im Warten auf den Anruf mit den Befunden.

Vielleicht erinnern dich Sprache und Form an die Bibel — an die Psalmen.
David betete, klagte, jubelte, dankte.
In Psalm 13 fragt er: Wie lange?
In Psalm 23 geht er durch das dunkle Tal.
In Psalm 31 werden Bedrängnis und schwindende Kraft betbar.
In Psalm 56 sind Tränen bei Gott aufgehoben.
In Psalm 62 findet die Seele Stille.

So fand auch ich meine Sprache. Keine Erklärung. Ein Gebet.


THOW 29

Entscheidung

Geschrieben am Morgen nach der Diagnose. Nicht geordnet, nicht abgeschlossen. Aus dem Moment, in dem plötzlich alles offen ist.

Ich habe mich entschieden, dem Einen zu glauben, dem Christus, und halte daran fest, auch wenn ich so vieles nicht verstehe. / Meine Fragen nach Warum und Weshalb bleiben ohne Antwort, darum bleibt mir nur zu glauben. / […] / Alles setze ich auf den Einen, Jesus Christus.

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THOW 54

Vorbereitet

Geschrieben nach der Operation. Nicht als triumphaler Rückblick, sondern als tastendes Begreifen: Vielleicht war nicht alles erklärt, aber manches war vorbereitet.

Nicht alles lässt sich vorbereiten. Nicht der Ausgang. Nicht die Angst. Nicht das, was innen geschieht. / Aber ich will mich halten lassen von dem, der mitgeht. / […] / Ich gehe nicht allein.

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THOW 375

Prinzipien

Krankheit ist kein Versagen. Scheitern kein Urteil. Segen bleibt Gnade — und darf nicht rückwärts gelesen werden.

Doch Krankheit ist kein Versagen. / […] / Segen bleibt Gnade. / Scheitern kein Urteil. / Freiheit ist Ruf

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THOW 46

Suchen und finden

Wenn mich Krankheit plagt, such ich dein Heil. Eine Sehnsucht, die sich nicht festhalten lässt — und genau darin frei wird.

Dich suche ich, wenn ich verzweifelt bin. / Wenn mich Krankheit plagt, such ich dein Heil. / […] / Suche ich, so finde ich dich. / Und finde ich dich, führst du mich in die Freiheit.

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THOW 197

Mitten hinein

Nicht nur hindurch — mitten drin. Gott, der nicht von außen zusieht, sondern eingeht in die Krankheit, in die Mühe, in das Warten.

Nicht nur hindurch, mitten hinein. / So bist du, Herr, mit mir. / […] / Mit mir willst du in meine Krankheit. / Nicht nur hindurch, mitten darin finde ich dich.

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THOW 158

Schon wieder krank

Nicht jeder wird hier gesund — aber keiner ist vergessen. Theologie der Heilung ohne falsche Versprechen.

Wir glauben, dass du in Jesus am Kreuz alle Krankheit besiegt hast. / Und doch sind wir noch nicht erlöst von allem Leid. / Krankheit bleibt ein Teil dieser gefallenen Welt — / aber keiner ist vergessen.

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THOW 283

Zerbrochene Welt

Eine Klage, die nicht auflöst. Warum Gott das Leiden noch geschehen lässt — und was er hineingelegt hat.

So stehen wir vor dir, verstehen noch immer nicht. / […] / Du hast Leben in den Tod gelegt, damit im Tod die Menschen noch Hoffnung finden. / […] / Zerbrochenheit in Schönheit wandelst du.

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THOW 170

Der kleine Fleck

Ein realer CT-Befund. Eine mögliche Metastase. Das Warten, das nicht endet — und was darin trägt.

Wir starren auf den Fleck im Spiegel, wie auf ein Fanal der Unvollkommenheit. / […] / Und wir bleiben allein zurück — mit Spiegel, Fleck und dieser Unsicherheit, die uns den Sieg raubt, noch bevor der Kampf beginnt. / […] / Nicht im Schauen will ich leben, sondern ganz im Vertrauen.

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Es ist nicht alles wie vorher geworden. Folgen sind geblieben. Aber mitten im Orkan fand ich Frieden. Nicht, weil die Angst einfach verschwunden wäre. Sondern weil der, an dem ich festhielt, größer war als meine Angst: Jesus Christus.

Jesus Christus ist der Fels, der fest steht, wenn der Sturm tobt.

David betete.
Ich betete.
Vielleicht kannst du es auch.


Zu diesem Thema gibt es auch eine Predigt:
Zur Predigt: „Mit Gott durch die Diagnose“ | Alexander Endl →



Sind diese Texte fachlicher Rat?

Nein. Diese Seite gibt keinen medizinischen Rat und ersetzt keine seelsorgerliche Begleitung. Sie sammelt THOW-Texte aus einer Zeit von Diagnose, Operation, Warten, Angst und Hoffnung.

Warum heißen diese Texte Psalme?

Die Texte sind keine biblischen Psalmen. Sie stehen in ihrer Form und Haltung aber in der Nähe der Psalmen — als Gebete, Klagen, Fragen, Dank und Hoffnung vor Gott.

Was ist THOW?

THOW steht für The Heart of Worship. Es ist ein fortlaufendes Schreibprojekt von Alexander Endl: Neue Psalme aus dem Glauben, aus dem Alltag und aus Zeiten, in denen das Leben nicht einfach ist. Seit dem 1. Januar 2025 täglich erschienen auf thow.me.

Für wen ist diese Seite?

Für Menschen, die in Krankheit, Sorge oder Leid nach Worten suchen. Für Menschen, die Trost brauchen, aber keine billigen Antworten. Und für Menschen, die vielleicht selbst beten möchten, aber gerade keine Sprache dafür finden.

Weitere Texte aus diesem Themenraum:
THOW 38: Lebensmut · THOW 136: Eine Frage · THOW 223: Befehle der Seele · THOW 280: Verloren