THOW 327: Winter
1 Frost ummantelt grüne Zweige wie ein feiner Film. 2 Bewegungslos, was vor kurzem noch zur Sonne strebte. 3 Erstarrt, was sich im Winde wog. 4 In weißen Firn getaucht, was eben noch so opulent in Farbe um sich warf.5 Keine Zeit des Sterbens, sondern Zeit des Ruhens. 6 Tief im Innersten bewahrt der Kern das Leben. 7 Der Funke, der neu erweckt, wenn die Kraft der Sonne dem Frost die Herrschaft wieder nimmt.
8 Manch Lebensabschnitt gleicht dem Winter. 9 Dann kehren wir tief in uns ein. 10 Besinnen uns auf das, was zählt. 11 Geben uns der Ruhe hin. 12 Der Trieb, der mit dem Weinstock verbunden bleibt, blüht wieder auf mit neuer Kraft, wenn du uns rufst mit deinem Licht.
13 Jeder Abschnitt hat seine Bedeutung. 14 Jede Phase ihren Sinn. 15 Und selbst erstarrt und tief versunken findet sich Schönheit für den, der sie sehen will. 16 Christus ist der Weinstock, wir die Reben; wer an ihm bleibt, wird leben.
Prediger 3,1 / Psalm 1,3 / Jesaja 40,31 / Johannes 12,24 / Johannes 15,1–5
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