Offenbarung,  Wort

THOW 385 • Auf den Punkt

1 Verkürzen. 2 Zusammenfassen. 3 Klarstellen. 4 Auf den Punkt kommen. 5 Sagen, was zu sagen ist. 6 Worte festmachen, Haltung klarmachen, Farbe bekennen. 7 So, dass es jeder versteht. 8 So, dass man sich daran reiben kann. 9 So, dass man sich davon abgrenzen kann. 10 So, dass man daran scheitert.

11 Wie soll der Mensch den Himmel verstehen, wenn er schon das Irdische mit dem Verstand nicht ergreifen kann. 12 Als Gott klar sprach in den Geboten, verhärtete sich das Herz des Volkes. 13 An der Schärfe des Wortes schnitten sie ihre Freiheit ab. 14 Und verwarfen das Gesetz, denn es war ihnen zuwider. 15 Und verwarfen die Wahrheit, die sie frei machen sollte. 16 Als sein Sohn in Gleichnissen sprach, verwunderte sich das Volk, denn sie verstanden es nicht. 17 Und verwarfen die Wahrheit, denn sie war ihnen nicht scharf genug. 18 Und formulierten sich eigene Gesetze.

19 Was bin ich ein Tor, der von Gott erzählen will, wie er es mir zeigt? 20 Sie werden mich verwerfen, wenn ich ihnen die Wahrheit sage. 21 Spreche ich aber in Bildern, sehen sie nur, was ihre Augen erfassen. 22 Sie verwerfen mich, weil sie die Wahrheit, die sie schon kennen, nur so erkennen, dass sie ihnen schmeckt oder sie sie ausspucken. 23 Wollen wir Neues hören, was Gott jedem, der zuhört, ins Herz gibt, 24 dann ist es mit dem Herzen zu hören und mit dem Geist zu verstehen. 25 Und die Erkenntnis im Herzen führt zum Geist, und der Geist wird die Worte erklären. 26 So, wie der, der das Wort selbst ist, es will. 27 Denn das Wort kam von ihm und wird tun, was der Vater will. 28 So kommt alle Erkenntnis nicht aus dem Punkt, den wir machen, sondern aus Gott allein.

Johannes 3,12 / Johannes 8,32 / Matthäus 13,10–15 / Jesaja 55,11 / 1. Korinther 2,14

Ein Gedanke/ein Psalm dazu

  • Alexander Endl

    Anmerkung des Autors: „Oft wird man genötigt, sich zu erklären – doch jede weitere Verkürzung oder vermeintliche Entschlüsselung bringt nicht die geforderte Klarheit, sondern würde im Gegenteil weniger über die eigentlichen Gedanken aussagen. THOW 385 reflektiert diese Erfahrung: Die Zuspitzung führt letztlich oft nicht zur Erkenntnis, sondern provoziert lediglich eine Einordnung in Lager. Der Leser nutzt die Schärfe dann nur noch zur affektiven Abgrenzung oder Zugehörigkeit, ohne sich introspektiv damit auseinanderzusetzen, was das Gegenüber eigentlich sagen wollte. Wenn dann diese vermeintliche Wahrheit bereits im Raum steht, bietet jede weitere Erklärung nur noch mehr Reibungsfläche, aber keinen tieferen Erkenntnisgewinn. Verweigerung des Gegenübers, den Raum zwischen den Lagern zu betreten. Wer eine Zusoitzung fordert, will oft nur, dass man sich „erklärst“ (sich deklariert), damit man dich sicher in eine Schublade einordnen kann.

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