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THOW 428 • Was bleibt
1 Tief im eigenen Haus schauen wir hinaus.2 In Mauern und Fassaden kann uns niemand schaden.3 Kann uns niemand sehen, uns niemand verstehen.4 Wer wir wirklich sind – Mann, Frau oder Kind.5 Wie wir es wirklich meinen, wenn wir leise weinen.6 Wenn das Haus so prächtig uns nur selbst verdächtigt:7 Im Herzen arm zu sein und im Grund allein.8 So…
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THOW 423 • Licht ins Dunkel
1 Freut euch, die ihr das Licht kennt. 2 Wer das Licht kennt und in sich aufnimmt, wird selbst zum Licht. 3 Und bringt das Licht ins Dunkel, damit andere es sehen. 4 Damit sie erkennen, dass es Licht und Dunkel gibt. 5 Darum fürchten wir nicht die Dunkelheit und fliehen nicht vor ihr, denn die Dunkelheit kann das Licht…
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THOW 369 · Licht dieser Welt
1 Blicke ich nach rechts, verfehle ich den Weg. 2 Blicke ich nach links, verliere ich mich. 3 Blicke ich nach vorn, kann ich nicht sehen. 4 Darum setze ich all mein Vertrauen auf den Blick auf dich. 5 Du bist mir Licht. 6 Du bist meine Leuchte. 7 Nichts muss ich mehr, als auf das Licht zu schauen. 8…
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THOW 359: Wahrhaftig
1 Du bist der Schein, der ist und bleibt. 2 Du bist der Glanz, der nicht vergeht. 3 Du bist die Schönheit, die nah besteht. 4 Du brauchst keinen Schmuck, um zu strahlen. 5 Du hast keine Fassade, die etwas verdeckt. 6 Wer tief gräbt, wird fündig. 7 Wer sich nähert, spürt die Wärme. 8 Wer sich anvertraut, wird nicht…
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THOW 355: Schatten
1 Vertraute Gefühle. 2 Geschmack von Lebendigkeit. 3 Nur ein Schluck, ganz unerwartet. 4 Nur ein Atemzug, zurück zum alten Moment. 5 Wie eine Erinnerung auf der Zunge. 6 Wie ein verborgenes Tagebuch in der Lunge. 7 Schatten der Vergangenheit sind sie. 8 Wie alte Bekannte, vergessene Freunde. 9 Doch die Dunkelheit ist kein alter Freund. 10 Ihr Eingang macht…
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THOW 275: Wie ein Dieb in der Nacht
1 Unbemerkt, ein kleiner Spalt. 2 Eingedrungen, kauernd in der stummen Ecke. 3 Erhebt sich in der Dunkelheit, berührt, was ihm nicht zusteht. 4 Öffnet, was verschlossen war. 5 Nimmt, was wertvoll, zertritt, was uns heilig. 6 Entweiht, was unschuldig ist, zerreißt, was uns vertraut war. 7 Hinterlässt Leere und Verlust. 8 Es war nur ein Wort, ein Gedanke, doch…
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THOW 242: Tanz am Strand
1 Augen sehen, aber fühlen nicht. 2 Der Stift schreibt Wahrheit, doch entfaltet sie sich nicht. 3 Gedanken prallen am Schädel zurück. 4 Wie schmeckt neues Essen ohne neue Sinne? 5 Was ist Berührung ohne Körper? 6 Sind sie da, oder doch nur ein Wunsch. 7 Ich sehe sie, zum Greifen nah. 8 Und umso quälender, sie nicht zu spüren…
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THOW 233: Erleuchtet
1 Ein Baum inmitten der Finsternis. 2 Leuchten und Wärme geht von ihm aus. 3 An seinen Zweigen hängen goldene, strahlende Elemente. 4 Angezogen durch die Kühle und Dunkelheit, kommen sie herbei. 5 Greifen nach dem Gold, reißen es herunter und hasten davon wie Diebe in der Nacht. 6 Doch in ihren Taschen erlischt das Leuchten und alle Wärme verliert…
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THOW 217: Licht und Dunkel
1 Wenn es keine Nacht gäbe, woher würden wir wissen, dass es Tag ist? 2 Wenn wir kein Dunkel kannten, wie würden wir Licht erkennen können? 3 Die Finsternis war, bevor Gott sprach. 4 Sie war Leere, war Tod – denn noch war kein Leben. 5 Er schuf das Licht, aber entfernte die Dunkelheit nicht. 6 Er trennte beides –…
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THOW 162: Die Fahne
1 Ich suchte, doch ich fand nicht, Herr. 2 Ist da kaum einer, der in diesem großen Netz deinen Namen hochhält. 3 Sie schließen dich nicht aus, aber sie sehen dich einfach nicht. 4 Das Netz schwappt wie eine Flut an Belanglosigkeiten über sie hinweg. 5 In seinem Kielwasser hinterlässt es die Grundsteine für Verzweiflung: Einsamkeit in der Menge, Sehnsucht…





























