THOW 379 · Jenseits der Scham
1 Nicht genug, sagt die eigene Stimme. 2 Begriffen, doch nicht verstanden. 3 Geh kämpfen, doch gegen was. 4 Flehen, doch um was. 5 Glauben, doch worauf hoffen. 6 Scham, doch nicht weiter zu sein. 7 Scham, Gott Vorwürfe zu machen. 8 Scham, vor sich selbst. 9 Wieder zurück auf Anfang. 10 War ich nicht weiter, nun wieder klein.
11 Raum betreten. 12 Augen schließen. 13 Buchstaben am Bildschirm. 14 Töne in den Ohren. 15 Mund spricht andere Wahrheiten. 16 Aus dem Herzen, nicht aus dem Kopf. 17 Wahrhaftiges, Worte Gottes. 18 Seele glaubt es. 19 Geist weiß es. 20 Herz begreift es. 21 Und Ehrfurcht erfüllt meinen inneren Raum. 22 Und glaubt, ohne Scham.
23 In diesen Moment erkenne ich Dich. 24 Für diesen Moment weiß ich, was ich wissen muss. 25 Und daran halte ich fest. 26 SELA.
Psalm 34,6 / Römer 8,1 / 1. Korinther 2,12 / Johannes 16,13 / Hebräer 11,1 / Esra 10,9
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Ein Gedanke/ein Psalm dazu
Alexander Endl
Der Text kommt aus meinen eigenen Spannungen: Angst vor Krankheit, der Wunsch nach Heilung, die nicht berechenbar ist, und auch Vorwürfe an Gott, warum er nicht einfach eingreift.
Und dann sitze man im Gebetsabend, schließt die Augen – und plötzlich ist wieder diese Ruhe und Sicherheit da. Man spricht aus dem Herzen ohne Nachzudenken Worte Gottes und glaubt sie.
Die Fragen sind nicht beantwortet, aber sie werden still.