THOW 550 • Wille und Wollen
1 Die Sache mit dem Willen erscheint mir kompliziert. 2 Ein Wille, der nichts ändern kann, ist ohne Wert. 3 Es bliebe nur, sich richtig statt falsch zu entscheiden – sonst wäre man ein Tor. 4 Wenn aber selbst die Erkenntnis des Richtigen nicht in meiner eigenen Hand läge, was bliebe mir noch, als Gehorsam oder Trotz zu wählen? 5 Hat Gott selbst uns das Wollen und Vollbringen seines Willens zum Geschenk gemacht, was will ich Mensch mich dann noch rühmen?
6 Gott schuf keine Marionetten, darum muss hier noch mehr sein, das ich zu verstehen strebe. 7 Hat Gott mir Willen anvertraut, so hat der auch Kraft zu gestalten. 8 Des Vaters Willen wird er nie beugen, doch für das eigene Geschick hat er wohl Gewicht. 9 Vielleicht ist das der einzige Wille, der uns zum Heil gereicht: das dargebotene Geschenk anzunehmen. 10 Um dann mit dem Vater in einem Willen das zu wollen, was seinem Wesen rein entspringt: zu lieben.
Johannes 1,12–13 / Philipper 2,12–13 / Römer 9,16 / Epheser 2,8–10 / 1. Johannes 4,7
Werkkontext: THOW 78: Werke
Leitvers: Sie wurden nicht auf natürliche Weise geboren, nicht aus dem Willen eines Mannes und nicht aus dem Entschluss eines Menschen. Sie sind aus Gott geboren. BasisBibel (Johannes 1,13)
« THOW 549 • Ohne Titel |


