THOW 220: Lass uns beten
1 Tapfer kämpfe ich durchs Leben. 2 Will immer streben, alles geben. 3 Will mich nicht beschweren, niemandem verwehren, wer Anspruch an mich hat. 4 Will Leid ertragen, niemals klagen, lieber entsagen, als jemanden zu fragen, ob er mich tragen kann. 5 Denn stark will ich sein, lieber allein, und sei es nur zum Schein, als Hilfe erbitten. 6 So bin ich erzogen, oder ist’s doch gelogen, hab mich selbst so verzogen, weil ich nicht demütig sein kann. 7 Denn alles erdulden heißt nicht, niemandem etwas zu schulden, nur bin ich niemandem verpflichtet, denn ich hab keinem berichtet, was mir alles fehlt. 8 Mein Stolz, meine Wege zu gehen – werde mich aber doch einst umdrehen, um nach anderen zu sehen, doch keiner wird bei mir stehen.
9 Drum halte ich inne, damit ich gewinne, Erkenntnis und Licht. 10 Denn in deiner Sicht ist das nicht der Weg. 11 Sondern wie es steht, sind wir ein Leib und die Glieder. 12 Darum verstehe ich wieder, dass alles Leid und Not nicht nur in mir wohnt, sondern Teil eines Ganzen ist. 13 Wenn ich verstehe, dass meine Sorgen, ob heute oder morgen, nicht nur die meinen sind, sondern auch die deinen, wenn wir uns vereinen, 14 und wenn wir zusammen weinen, wird unser Flehen nicht ungehört vergehen, sondern vor Gottes Throne ergehen.
15 Lass uns zusammen beten, vor Gott treten, bekennen uns Schuld und Versagen, alle Not und alle Klagen. 16 Und Gott wird uns erheben und unser einsames Leben verwandeln in die Gemeinschaft des Herrn.
1. Korinther 12,12–27 / Galater 6,2 / Jakobus 5,16 / Matthäus 18,20 / Johannes 17,21
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