THOW 252: Das Maß der Dinge
1 Kann der Mensch über sich hinaus? 2 Ist es nicht vermessen, vom Leben mehr zu fordern, als ihm zugeteilt? 3 Verliert er dabei nicht unweigerlich sein Gleichgewicht? 4 Gibt er hier mehr, wird es dort zu wenig sein – denn niemand kann zwei Herren dienen und wird beiden gerecht. 5 Trägt er schwerer, als er kann, wird die Kraft nicht bis zum Ende reichen. 6 Tanzt er auf der Hochzeit dreier, wird keinem Brautpaar die gebotene Ehr zuteil.
7 Ist nicht jedem sein Maß gegeben, das ihm obliegt? 8 Dem einen reich, dem anderen wenig – doch jedem von Gott selbst bemessen. 9 Er, der uns kennt vom Mutterschoß an, weiß, was wir verwalten können. 10 Und Rechenschaft geben werden wir einst müssen, ob wir der Bürde würdig uns erwiesen. 11 Wer alles verspielte? 12 Wer sein Talent vergrub? 13 Oder wer klug und weise sich mühte?
14 Ich will mein Teil erkennen. 15 Nicht mein Licht verschämt bedecken, 16 doch auch nicht nach den Sternen greifen. 17 Mich würdig erweisen, mich nicht in vielem verlieren, 18 sondern mein ganzes Maß dem Herrn zur Ehre ausschöpfen.
19 Und wenn ich mich darin bewähre, will ich Gott bitten, mein Gebiet zu weiten – zum Segen für andere und zu deren Hilfe, ihre Last zu tragen. 20 Dankbar sein in allen Dingen. 21 Denn dem treuen Knecht wird, was fehlt, vom Herrn selbst hinzugetan. 22 Sela.
Psalm 139,13–16 / Matthäus 6,24 / Matthäus 25,14–30 / 1. Chronik 4,10 / Lukas 16,10 / Philipper 2,5–11
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