THOW 94: Die eigenen Grenzen
1 Warum kann ich nicht einfach immer weitermachen. 2 Warum gelingt es mir manchmal für eine Weile, dann scheitere ich an mir selbst. 3 Warum blicke ich auf Tage zurück, die mir Zuversicht und Zufriedenheit geben, dann aber auf Tage, die wie Sand durch meine Finger zerrannen. 4 Wie dein Diener Paulus sagte: Der gute Wille war vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelang mir nicht.
5 Muss ich mich noch mehr bemühen? 6 Muss ich noch mehr Disziplinen üben? 7 Meinen Geist und Körper zwingen, noch mehr Gutes zu tun? 8 Noch beständiger zu sein, noch aufmerksamer und achtsamer mit meiner Zeit und Kraft zu haushalten. 9 Um dich noch mehr zu ehren, Herr, mit meinem Leben?
10 „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. 11 Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. 12 Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit.“
13 Dein Wort fordert mich heraus, hier anders zu denken. 14 Keine Aufgabe, kein Kapitulieren, aber ein Akzeptieren, dass ich Grenzen habe, unvollkommen bin. 15 Dass wirklich alles immer nur gelang, weil deine Gnade mit mir war. 16 Und gelingen wird, denn zu guten Werken bin ich vorbestimmt.
17 So will ich nicht in Gram nach hinten sehen und mich nach vorne mühen. 18 Sondern dich suchen, Herr, gerade da, wo ich an mir verzweifle. 19 Mitten in der Schwachheit und im Scheitern nach dir suchen – und wo nötig innehalten oder mir auch selbst vergeben. 20 Und will den Blick nie von dir wenden.
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