THOW 286: Der Glaube der Anderen
1 Sie ziehen an mir vorbei und singen deinen Namen. 2 Sie tragen das Kreuz, das dich trug. 3 Doch ich verstehe ihre Lieder nicht. 4 Sie knien vor deiner Mutter. 5 Sie gehen durch ein Tor, das ihnen Erlösung von Sünden verspricht. 6 Und sie nennen jemand „Heiligen Vater“, wo doch nur der Vater im Himmel unser Vater ist. 7 Ich verstehe ihre Handlungen nicht – und doch spüre ich dich. 8 Die Gebete, die wie Weihrauch emporsteigen. 9 Eine Aura, die mir so angenehm vertraut. 10 Ein Gebäude, das mich nicht erdrückt, sondern deine Herrlichkeit erahnen lässt.
11 Ich verstehe vieles nicht, doch bin ich verbunden. 12 Mit allen, die auf dich hoffen, den Erlöser. 13 Die den Vater im Himmel verehren. 14 Und weiß in meinem Herzen, dass das, was uns verbindet, größer ist als das, was uns trennt. 15 Darum mache ich mich eins mit ihnen, trotz allem, was uns unterscheidet, und erlebe einen Augenblick deiner Majestät. 16 Staunend und begreifend, dass dein Leib vielfältig ist und bleibt. 17 Und ich will lernen von ihrem Glauben. 18 Und will ihnen Zeugnis meines Glaubens sein. 19 So werden wir alle reich an Glauben. 20 Denn wir erkennen alle nur stückweit, zusammen aber die Facetten deiner Herrlichkeit.
21 So überwinden wir, was uns trennt, was uns eint verbindet, und aus dem Glauben der Anderen wird der Glaube deiner heiligen Kirche, wie du sie eins machst in Christus.
Johannes 17,21 / 1. Korinther 12,12–27 / Römer 14,19 / Galater 3,28 / 1. Korinther 13,9–12
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