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THOW 328: Feindesnähe
1 Ein Sprichwort sagt: „Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher.“ 2 Ich aber sage dir: Halte Abstand vom Bösen, wo immer es dir möglich ist. 3 Ja, sogar noch mehr: Widerstehe dem Feind, so flieht er vor dir. 4 Damit du ein ruhiges Leben führen kannst. 5 In der Gegenwart des Guten ist kein Raum…
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THOW 280: Verloren
1 Wie Züge rast Leben rechts und links vorbei. 2 Ohnmächtig das Bedauern, nicht darin zu sein. 3 Den Anschluss verlieren, die Abfahrt verpassen. 4 Zurückgeblieben, als Relikt des Gestern im Rückspiegel der Geschichte. 5 Und irgendwann vergessen. 6 Wenn wir die Kontrolle verlieren, den Fahrplan nicht mehr selbst bestimmen. 7 Weil wir alt werden, oder Krankheit uns zum Innehalten…
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THOW 272: Wer meint, zu stehen
1 Heute stehen wir, morgen fallen wir. 2 Fester Fels zur Geröll-Lawine, Meer zur Flut, Bäche zu Strömen. 3 Die Tiefe entfaltet ihre Dunkelheit. 4 Was sicher schien, verflüchtigt. 5 Worte im Widerhall, rufen den eigenen Namen. 6 Zum eigenen Hohn, selbst zum Gespött die Ratschläge, die wir gestern gaben. 7 Wo bist du nun, Standhaftigkeit? 8 Wo finde ich…
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THOW 183: 39 Grad
1 Ein Hauch von Kühle fließt am Morgen durch das offene Fenster. 2 Wo die Sonne auf die Mauer trifft, lässt sich erahnen, was der Tag bringen wird. 3 Ein Vorgeschmack auf das Kommende. 4 Wenn die Luft wie warmes Öl im Zimmer liegt. 5 Der Atem schwer, die Glieder matt. 6 Unbarmherzig fordert der Tag seinen Tribut. 7 Kinder,…
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THOW 167: Mir zu Hilfe
1 Im Traum trug ich stets einen kleinen Koffer mit mir. 2 Ich wusste nicht, was darin war, und er bedrohte mich nicht – doch spürte ich eine unbekannte Last darin, die ich nicht loslassen konnte. 3 Selbst als wir am Parkplatz alles verstauten, behielt ich ihn bei mir und zog ihn weiter hinter mir her. 4 Ein Mann, dessen…












